Zoe nach dem Sieg mit Blumenstrauß

ORF/Milenko Badzic

Europa wählt seine Kandidaten

Am Wochenende um den Valentinstags war „Eurovision Super Weekend“: 13 Vorentscheidshows gingen in zehn Ländern über die Bühne. Den Anfang machte Österreich, das die Sängerin Zoe zur Kandidatin kürte. Für ihren französischen Song erhielt sie gutes Feedback aus dem Ausland. Dänemark und die Schweiz bestimmten ihre Kandidaten am Tag darauf. Für den Eklat des Wochenendes sorgte Italien: Dort sagten die Sieger noch auf der Bühne „Nein, danke“.

Nach fünf Abenden ging das Sanremo-Festival Samstagnacht ins Finale. Beim größten Musikfestival Italiens wird dem Gewinner üblicherweise die Ehre zuteil, das Land beim Song Contest zu vertreten. Doch die diesjährigen Gewinnner, die Band Stadio, lehnten die Teilnahme sofort ab. Die Begründung: „Wir würden liebend gerne am Song Contest teilnehmen, aber wir haben schon eine Tour geplant. Wären wir junge Männer, wären wir sofort dabei“.

Stadio beim Sanremo-Festival

rai.tv/Eurovision.tv

Stadio: Das Alter sei Grund für die Absage

Am Tag danach gab der italienische Fernsehsender RAI bekannt, dass nun Francesca Michielin, die Zweitplatzierte des Sanremo-Festivals, beim Song-Contest-Finale am 14. Mai Italien vertreten wird. Ob sie mit jenem Song antreten wird, mit dem sie beim Musikfestival so gut abschnitt, wird in den nächsten Tagen entschieden.

Francesca Michielin

rai.tv/Eurovision.tv

Francesca Michielin, die zweite Wahl für Italien

Boyband-Feeling aus Dänemark

Wie schon im vergangenen Jahr setzt Dänemark erneut auf Boyband-Pop. Mit „Soldiers of Love“ konnte sich das Burschentrio Lighthouse X in einem „Superfinale“ gegen die verbliebenen zwei Kandidaten durchsetzen. Die drei Finalisten waren zuvor von einer Jury und vom Publikum aus zehn Acts gewählt worden. Vom „Melodi Grand Prix“, dem dänischen Vorentscheid, geht es also am 12. Mai ins zweite Halbfinale. Dänemark konnte bereits 2000 und 2013 auf schwedischem Boden den Song Contest gewinnen. Ob sich dieser Umstand 2016 zu einer Serie erweitert, wird sich im Mai zeigen.

„Schweizer Marilyn Monroe“ für Song Contest

In einer Sendung namens „Große Entscheidungsshow“ konnte sich am Samstag in der Schweiz Christina Rieder - Künstlername Rykka - gegen fünf Mitstreiter durchsetzen. In der Show wurde erst der Song-Contest-Song vorgestellt und dann in einer Coverrunde nochmals die Möglichkeit geboten, sich stimmlich von den anderen abzuheben. Die Entscheidung wurde je zur Hälfte von Jury und Publikum gefällt. Die gebürtige Kanadierin Rykka ging mit dem Song „The Last of Our Kind“ als Siegerin hervor hervor.

Am „Eurovision Super Saturday“ gingen neben Österreich, Schweiz, Italien und Dänemark in sieben weiteren Ländern Shows über die Bühne. Die Ukraine, Ungarn, Finnland, Estland und Island veranstalteten die Halbfinale ihrer Vorentscheide, in Litauen fand die sechste von insgesamt acht Fernsehsendungen statt. Viel Aufmerksamkeit wurde selbstverständlich auch dem Gastgeber Schweden zuteil, der in der zweiten Show des Melodifestivalen - dem größten Song-Contest-Vorentscheid - zwei weitere Finalisten kürte: David Lindgren („We Are Your Tomorrow“) und Wiktoria („Save Me“).

David Lindgren und Wiktoria

Stina Stjernkvist (SVT)/Eurovision.tv

David Lindgren und Wiktoria sind nach ihrem Halbfinal-Sieg überglücklich

Alle Augen auf Zoe

Für Österreich wird Zoe in Stockholm antreten. Sie konnte sich am 12. Februar in der ORF-Liveshow „Wer singt für Österreich?“ gegen ihre zehn Mitstreiter behaupten. Mehr dazu in Zoe als strahlende Siegerin.

Der Sieg ließ Zoe zunächst fassungslos auf der Bühne zurück. Im Interview mit „Wer singt für Österreich?“-Juror Christian Ude bekannte Zoe in der „Kleinen Zeitung“, dass ihre Bühnenshow zu ihrem Song „Loin d’ici“ zu kitschig gewesen sei und bis zum Halbfinale am 10. Mai noch daran gearbeitet werden soll: „Ich will authentisch wirken und muss nun schauen, wie viel Elfen- und Märchenhaftes wir in die Show einfließen lassen.“

Zoes Auftritt bei „Wer singt für Österreich?“

Seither hat sich der Sieg der 19-Jährigen auch international herumgesprochen: Die Song-Contest-Blogger von Eurovision.de zählen Zoe „zu den ganz heißen Favoriten“. Die französische Tageszeitung „20 minutes“ zählt auf Zoe als eine weitere Kandidatin für den ersten Sieg eines französischsprachigen Songs seit Celine Dion 1988.

Mario Hanousek, songcontest.ORF.at

Links:

Eurovision.tv
Kleine Zeitung
Eurovision.de
20minutes.fr

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