Come Together 2016

EBU

Entscheidende Änderungen beim Song-Contest-Voting

Das Abstimmungsverfahren für den Eurovision Song Contest wird in diesem Jahr radikal geändert. Der neue Ablauf bei der Ergebnisverkündung soll die Spannung bei den Zuschauern erhöhen: Jury- und Zuschauerwertungen werden ab sofort voneinander getrennt.

Bisher wurden die Ergebnisse der Abstimmungen von Jurys und Zuschauern, die jeweils mit 50 Prozent gewertet wurden, als kombiniertes Ergebnis verkündet. Von 2016 an werden Jury- und Zuschauerwertungen voneinander getrennt. Jedes Land kann einem Teilnehmer zukünftig also maximal 24 Punkte geben - zwölf durch die Jury, zwölf durch die Zuschauer.

Laut der Europäischen Rundfunkunion EBU gab es zuletzt 1975 eine ähnlich umfassende Reform der Punktevergabe, damals war das über die Jahre legendär gewordene „Douze points/twelve points“-System eingeführt worden,

Nur Juryvoting länderweise verkündet

Nachdem die Zuschauer ihre Punkte per Telefon, SMS oder App abgegeben haben, verkünden die Sprecher aus den 43 Teilnehmerländern - wie in den Vorjahren für Österreich Kati Bellowitsch - ausschließlich die Ergebnisse des Juryvotings. Dabei wird nur die Wertung der zwölf Punkte öffentlich verkündet, die restlichen Punkte eingeblendet. In den vergangenen Jahren waren die drei bestplatzierten Länder präsentiert worden.

Publikumsvoting von Moderatoren verlesen

Im Anschluss werden die Zuschauerpunkte aller abstimmenden Länder zusammengerechnet. Die Summe der Televotingergebnisse geben dann die Moderatoren - in Stockholm sind das Mans Zelmerlöw und Petra Mede - bekannt. Sie beginnen mit dem Land, das vom Publikum die wenigsten Punkte bekommen hat. So kann die Jurywertung noch völlig auf den Kopf gestellt werden.

Die Zuschauer erfahren bei diesem Verfahren jedoch nicht, aus welchem Land die jeweiligen Punkte kommen. Diese Details werden im Anschluss im Internet auf Eurovision.tv veröffentlicht.

Spannenderer Wettbewerb

Die Änderung soll den Abstimmungsprozess spannender machen, denn mit dem alten Verfahren stand der Gewinner des Song Contest oft schon lange vor Ende der Punkteverkündung fest. Mit dem neuen Verfahren wird das erst mit dem Ende der Ergebnisbekanntgabe der Fall sein. Das neue Verfahren, das bereits seit Jahren diskutiert und nun einstimmig von der Reference Group und dem EBU-Team beschlossen wurde, soll die Abstimmung außerdem transparenter gestalten.

Vorbild Melodifestivalen

Jon Ola Sand von der EBU sagte zu der Entscheidung: „Die neue Art der Präsentation ist ein großer Schritt hin zu einer besseren Fernsehshow und einem spannenderen Wettbewerb.“ Es gebe künftig mehr Gründe, beim Song Contest abzustimmen. Die neuen Regeln würden garantieren, dass der Song, der bei den Zuschauern am besten ankommt, auch zwölf Punkte erhalte, unabhängig davon, wie die Jurys abstimmen.

Reihung 2015

ORF.at/Christian Öser

Executive Supervisor Jon Ola Sand spricht von mehr Spannung in der Show

Es sei passend, dass das neue Wertungssystem zum ersten Mal am 14. Mai in Stockholm zum Einsatz komme - dort, wo vor über 40 Jahren auch das Zwölfpunktesystem vorgestellt wurde. Vorbild für das neue System war auch die schwedischen Vorentscheidung, das Melodifestivalen, bei der sich die Variante bewährt hat. Das neue System gilt bereits im Semifinale.

Den Makemakes hätte es geholfen

Wäre das neue System schon vergangenen Mai in Wien zum Einsatz gekommen, hätte das vor allem Österreich geholfen, rechnet Eurovision.de vor: The Makemakes landeten schließlich bei den Jurys auf Platz 13 - und aufgrund der Kombination mit der schlechten Zuschauerwertung schließlich auf dem vorletzten Platz mit null Punkten.

Reihung 2015

ORF

Das Ergebnis von 2015 hätte mit den neuen Regeln anders ausgesehen

Mit der neuen Vergabe hätten sie 40 Punkte von Experten gutgeschrieben bekommen und hätten zumindest Rang 23 erobert. Die letztklassierten Deutschen wären 25. geworden, die rote Laterne hätten die Briten abbekommen. Am schwedischen Sieg hätte sich nichts geändert, überhaupt wäre es in den Top Ten nur zu zwei marginalen Platzvertauschungen gekommen. Italien läge mit der Neuberechnung statt Russland auf Platz zwei, Norwegen wäre nun vor Estland auf Platz sieben.

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